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		<title>Cinepolitik</title>
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				<description>Politische Kommentare, Analysen und Essays zu Filmen und Serien</description>
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					<title>Predator</title>
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					<pubDate>Wed, 06 May 2009 19:25:41 +0000</pubDate>
										<category domain="alt">Reihe/ Serie</category>
<category domain="alt">Science-Fiction</category>
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Predator von 1987 mit Arnold Schwarzenegger in der Rolle des Major Dutch Schaefer &#8211; Anf&#252;hrer einer Spezialeinheit, welche im Dschungel Zentralamerikas einen Minister aus den F&#228;ngen von Rebellen retten soll und dann mit einem au&#223;erirdischen J&#228;ger konfrontiert wird &#8211; ist nicht nur ein SF- und Actionfilm, welcher den Kalten Krieg aufgreift, sondern dar&#252;ber hinaus auch eine Analogie auf den Vietnamkrieg und eine Studie &#252;ber das Wesen des Menschen.Eine Zusammenfassung der Handlung und weitere Informationen finden Sie auf wikipedia.Die Anfangsszene mit dem die Erdatmosph&#228;re penetrierenden Predator-Raumschiff signalisiert, dass die Handlung auf einen Konflikt zwischen Mensch und Predator hinauslaufen wird. Doch zuerst tritt die Alien-Handlung in den Hintergrund.Wie auch Rambo ist Dutch Schaefer ein integrerer K&#228;mpfer mit moralischen Richtlinien. Er misstraut &#8222;denen da oben&#8220; in Gestalt von General Phillips, ganz besonders aber dem ehemaligen Kameraden und nun sinistren CIA-Agent Major Georg Dillon; auf einen Auftrag in Berlin ist Schaefer durchaus stolz, einen ebensolchen in Libyen hatte er mit der Begr&#252;ndung sie seien keine M&#246;rder abgelehnt, was der skrupellose CIA-Mann nicht nachvollziehen kann. Dabei ist die moralische Haltung auch ein gewisses Kuriosum, wenn man die verrohte, primitive Truppe Schaefers w&#228;hrend des Hubschrauberflugs zum Einsatzort vorgef&#252;hrt bekommt. Ein Bezug auf den Vietnamkonflikt ist, abgesehen von dem den Film bestimmenden Dschungelkampf gegen einen omnipr&#228;senten Gegner, das H&#246;ren von Rockmusik w&#228;hrend des Fluges, wie es bei Vietnam-Piloten vorkam.Naheliegend ist es ebenso, die Mission in S&#252;damerika als Anspielung auf die Einflussnahme der USA in ihrem &#8222;Vorhof&#8220; zu sehen, u. A. die Invasion auf Grenada 1983 gegen den Sozialreformer Maurice Bishop, welcher mit Kuba und der Sowjetunion paktierte, die Unterst&#252;tzung der Contras in Nicaragua seit der Macht&#252;bernahme der linksgerichteten Sandinisten 1979, die Operation &#8222;Just Cause&#8220; in Panama 1989 ma&#223;geblich wegen des in Drogenhandel und Geldw&#228;sche verstrickten Oberbefehlshabers der panamaischen Nationalgarde Manuel Noriega oder auch die gescheiterte Invasion der USA in der Schweinebucht auf Kuba 1961 und der von der CIA gesteuerte Umsturz Jacobo Arbenzs in Guatemala 1954.Aber die Analogie auf den mit der &#8222;Golf von Tonkin&#8220;-Resolution 1964 eskalierenden und 1975 mit der Einnahme Saigons endenden Vietnam-Krieg ist immanent. Trotz zahlreicher Bombardements und des massiven Einsatzes von Soldaten konnten die USA den Gegner Mitte der 60er nicht nennenswert einschr&#228;nken. Ganz im Gegenteil wendete sich die Situation nach der nordvietnamesischen TET-Offensive 1968, welche zwar zur&#252;ckgeschlagen werden konnte, aber verheerende psychologische Konsequenzen hatte, besonders auf die kritische &#214;ffentlichkeit. Die &#8222;Vietnamisierung&#8220; (weniger US-, mehr s&#252;dvietnamesische Soldaten) unter Nixon, dessen Ann&#228;herung an China konnten eine Niederlage genauso wenig verhindern wie der der gelungene R&#252;ckschlag der nordvietnamesischen &#8222;Oster-Offensive&#8220; 1972 und die anschlie&#223;enden Verhandlungen: Nachdem 1973 die Bombardierung der kambodschanischen R&#252;ckzugsgebiete ausgesetzt wurde, sowie die finanzielle und milit&#228;rische Unterst&#252;tzung der USA f&#252;r S&#252;dvietnam gek&#252;rzt wurde, konnte Nordvietnam bis 1975 den Sieg erringen.Gr&#252;nde f&#252;r das Scheitern der Amerikaner war v. A. deren mangelnde Historizit&#228;t: Man setzte sich nicht mit der Kultur eines Landes auseinander und versuchte den Feind mit gewaltigen Mengen Bomben niederzuringen. Diese Praxis zusammen mit dem brutalen Vorgehen gegen Kollaborateure f&#252;hrte jedoch eher zu einer Solidarisierung der s&#252;dvietnamesischen Bev&#246;lkerung mit Nordvietnam. Im Rahmen des &#8222;Phoenix&#8220;-Programms verlie&#223; man sich auf s&#252;dvietnamesische Spitzel, die den USA helfen sollte den Widerstand des Nordvietnam unterst&#252;tzenden in S&#252;dvietnam operierenden &#8222;Vietcong&#8220; (der umgangssprachlichen Bezeichnung f&#252;r die &#8222;FNL-Guerillaarmee&#8220;) zu brechen. Diese missbrauchten die Amerikaner aber nicht selten f&#252;r ihre eigenen Interessen, so dass letztlich Unschuldige zu Tode kamen. Zudem waren die amerikanischen Soldaten nicht auf einen Guerilla-Krieg im Dschungel vorbereitet: Der Feind war omnipr&#228;sent und k&#228;mpfte einen asymmetrischen Krieg, wie er heute im Irak und in Afghanistan stattfindet, was die US-Truppen erheblich unter Druck setzte und die Kriegsf&#252;hrung weiter brutalisierte. Dies f&#252;hrte zu zahlreichen Eskalationen; gut dokumentiert ist z. B. das Kriegsverbrechen von My Lai, bei dem US-Soldaten zahlreiche Zivilisten ermordeten.Die erste Eskalationsstufe des Films wird erreicht, nachdem die Spezialeinheit die Opfer des Predators findet: Es handelt sich um einen Teil der Besatzung des abgest&#252;rzten Hubschraubers, die bestialisch geh&#228;utet und kopf&#252;ber an B&#228;umen aufgeh&#228;ngt sind. Das H&#228;uten stellt eine Parallele zu tribalen V&#246;lkern her, bei denen das Sammeln eines Skalps als Troph&#228;e &#252;blich war. Darauf beginnt sich in der Truppe ob des animalischen Feindes im un&#252;bersichtlichen Dschungel Unruhe auszubreiten. Diese Angst steht archetypisch und symbolisch f&#252;r die jungen, unerfahrenen Soldaten, die vom US-Milit&#228;r bevorzugt an vorderster Front eingesetzt wurden. Diese trafen im &#8222;Herz der Finsternis&#8220; (als Symbol f&#252;r brutale Ausbeutung und undurchdringlichen Dschungel) auf den tellurischen und autochthonen nordvietnamesischen Partisanen schmittscher Pr&#228;gung, der jederzeit auftauchen und verschwinden konnte und den Feind mit archaischen Fallen demoralisierte. Z. B. Gruben mit Bambusspitzen oder einfache, aber t&#246;dliche Sprengfallen, siehe dazu auch Taktiken im Vietnamkrieg.Kurz darauf trifft die Eliteeinheit auf das Lager der Rebellen, deren Milit&#228;rexperten russische Milit&#228;rberater sind. Nachdem Schaefer die Exekution einer Geiseln beobachtet, wird das Lager gest&#252;rmt und alle Rebellen bis auf eine Frau, Anna, werden get&#246;tet. Sie finden die Geiseln ermordet auf. Nun stellt sich heraus, dass der Minister niemals existierte und dass es sich bei den Geiseln um CIA-Mitarbeiter handelt: Die anf&#228;ngliche Geschichte sollte nur der K&#246;der sein, um Schaefer zu &#252;berzeugen den Auftrag anzunehmen, der in Wahrheit keine Rettungs-, sondern eine T&#246;tungsmission war.Der menschliche Feind ist nun besiegt, routiniert und erfolgreich, wie es sich f&#252;r einen US-Leinwandsoldaten geh&#246;rt. Vielleicht war Schaefer dabei auch seine aufgrund des Namens naheliegende teutonische Vergangenheit, sprich seine deutsche Gr&#252;ndlichkeit, von nutzen? Die die Rebellen unterst&#252;tzenden russischen Milit&#228;rberater stehen f&#252;r den sinistren Feind im Hintergrund, der die Bedrohung erst erm&#246;glicht. Dies waren im Fall des Vietnamkriegs, die Sowjetunion und China. Nordvietnam verstand es jedoch durchaus die beiden Gro&#223;m&#228;chte gegeneinander auszuspielen um Unterst&#252;tzung von beiden Seiten zu erhalten. Erst durch diese Stilisierung von einem Regionalkonflikt zu einem Stellvertreterkrieg wurde aus dem Vietnamkrieg ein Ereignis globaler politischer Bedeutung.Die Soldaten werden auch von klandestinen Elementen in den eigenen Reihen bedroht in diesem Fall der CIA und der Generalit&#228;t, ganz dem Klischee vom tapferen, kleinen Soldaten entsprechend. Diese Erfahrung steht beispielhaft f&#252;r die politisch motivierte Kriegsstrategie in Vietnam, die wenig R&#252;cksicht auf die regionalen Umst&#228;nde und Probleme nahm. Bei der Schlacht um den sogenannten &#8222;Hamburger Hill&#8220; (1987 von John Irvin verfilmt) vom 10. bis 20. Mai 1969 in der N&#228;he zur laotischen Grenze auf dem H&#252;gel Dong Ap Bia, schickte die amerikanische Generalit&#228;t trotz des geringen strategischen Werts zahlreiche Soldaten in ein Sch&#252;tzengrabengefecht und gab den H&#252;gel nur wenige Tage sp&#228;ter wieder auf. Diese Schlacht wurde in der &#214;ffentlichkeit kritisch rezipiert und f&#252;hrte zu einer weiteren Vietnamisierung und dem damit einhergehenden R&#252;ckzug der USA.Nun beginnt die zweite Eskaltionsstufe, der eigentliche Konflikt, der mit dem Predator; entsprechend oft wird nun in die Perspektive mit W&#228;rmebildkamera und verzerrten Stimmen gewechselt. Das unsichtbare und &#252;berlegene Alien taucht aus dem Nichts auf und t&#246;tet nach dem &#8222;Zehn kleine Negerlein&#8220;-Horrorfilmschema die Mitglieder der Elitetruppe, nicht ohne sich von jedem eine Troph&#228;e zu holen. Trotz seiner Fremdheit wird er dem Menschen dabei immer &#228;hnlicher, der in der Menschheitsgeschichte selbst oft genug als &#252;berlegener J&#228;ger aufgetreten ist. Eine klischeehafte Komponente gewinnt das Duell zwischen dem amerikanischen Ureinwohner Billy und dem Predator, der als stereotyper Indianer F&#228;hrten lesen kann, das Unheil sp&#252;rt und sich dem Alien schlie&#223;lich mit einem Messer stellt.Schlie&#223;lich, und dies ist die dritte und finale Eskalationsstufe, stellt sich auch Dutch dem Predator in einem engen Tal, aus dem es kein Entrinnen gibt &#8211; die &#214;rtlichkeit deutet das Eschatologische der Handlung an: Dutch findet durch Zufall heraus, dass sich der Predator t&#228;uschen l&#228;sst, denn der Au&#223;erirdische benutzt ein Infrarotsichtger&#228;t, entsprechende Wellen lassen sich durch Schlamm tarnen. Schaefer begibt sich nun auf die gleiche Ebene wie der Gegner: Archaisch mit Schlamm beschmiert und zahlreiche Fallen installierend, wird er selbst zum tellurischen und autochthonen K&#228;mpfer, der sich auf seine urmenschlichen Instinkte als J&#228;ger und Sammler beruft, die jenen des Au&#223;erirdischen letztlich &#252;berlegen sind; hier sei besonders an die Sequenz erinnert, in der Schwarzenegger gleich einem archaischen Homo sapiens schlammbedeckt die Fackel schwingt (im Trailer zu sehen). Nur auf diese Weise kann der Predator als Verk&#246;rperung menschliche Urangst und High-Tech-Guerillero besiegt werden, nachdem moderne Waffen nicht die erw&#252;nschte Wirkung zeigte.In der Realit&#228;t des Vietnamkriegs kommt dies dem Versuch gleich, nach Napalmfl&#228;chenbombardements und dem massiven Einsatz von Munition (amerikanische bzw. s&#252;dvietnamesische Soldaten feuerten anfangs blindlings das ganze Magazin ihrer Maschinengewehre mit einer Salve leer), dem Vietcong in einem ebenfalls asymmetrischen Krieg gegen&#252;berzutreten (Phoenix-Programm), der jedoch aufgrund der kulturellen Unkenntnis der USA zu einer Brutalisierung mit insbesondere zivilen Opfern f&#252;hrte. Feuer mit Feuer zu bek&#228;mpfen ist nur in wenigen Situationen eine angemessene (milit&#228;rische) Strategie: Israel oder die USA werden regelm&#228;&#223;ig mit dem Vorwurf des Kriegsverbrechens konfrontiert, wenn Sie gezielte T&#246;tungsoperationen ausf&#252;hren oder massive Gewalt anwenden, denn Rechtstaaten mit moralischen Richtlinien werden dabei an ihren eigenen Idealen gemessen. So scheiterten die USA auch mit dem Versuch Guantanamo als Gefangenenlager f&#252;r &#8222;nicht-gesetzlicher&#8220; Kombattanten institutionell zu legitimieren.Dabei ist der Predator kein Low-Tech-Krieger wie z. B. die Taliban, welche mit Handfeuerwaffen und Selbstmordattentaten gegen einen hochger&#252;steten Gegner mit modernsten Flugger&#228;ten und schweren Waffen antreten, sondern ein technisiertes Monster mit automatischem Zielsystem, Schutzschild, der M&#246;glichkeit praktisch unsichtbar zu agieren und sich mit einer Atombombe selbst zu zerst&#246;ren. Er entspricht damit eher der US-Kriegsmaschinerie mit Tarnkappenbombern, lasergesteuerten Bomben und ferngesteuerten Drohnen. Die symbolischen Rollen in Predator wechseln zwischen den Protagonisten und sind nicht selten amorph angelegt, denn das Alien entpuppt sich antagonistisch zur High-Tech-Kampfmaschine auch als rudiment&#228;rer J&#228;ger und setzt den Kampf zuletzt ohne seine Maske und R&#252;stung fort. Er beraubt sich somit seiner visuellen &#220;berlegenheit und seines Schutzes um den Nervenkitzel zu steigern &#8211; selbstredend wird damit auch der Nervenkitzel des Zuschauers gesteigert, der nun das grausige Aliengesicht zu sehen bekommt. Diese Hybris wird dem Predator allerdings zum Verh&#228;ngnis, da er den Menschen Dutch Schaefer untersch&#228;tzt und schlie&#223;lich in den Selbstmord per Atombombe flieht.Wer und was ist der Predator also? Er ist zum einen ein Symbol f&#252;r den omnipr&#228;senten und trotzdem unsichtbaren Gegner, wie er z. B. im Dschungel Vietnams zu finden war. Er vereint zudem den archaischen J&#228;gertypus mit modernem High-Tech-Krieger und sprengt damit das Paradigma des Partisanen, der sich besonders auf seine Orts- und Kulturkenntnis beruft, aber mit unterlegenen Waffen k&#228;mpft. Das Alien ist zwar per se nicht erdverbunden, agiert jedoch in &#8222;seinem&#8220; Jagdrevier. Dies best&#228;tigt Anna, die aus &#220;berlieferungen wei&#223;, dass Predatoren die Gegen bereits h&#228;ufiger in warmen Jahren aufsuchten. Die s&#252;damerikanischen Ureinwohner verstanden den Fremden jedoch nicht als J&#228;ger, sondern als religi&#246;s-mythische Figur. In diesem Zusammenhang wird auch immanent, dass der Predator dem Typus Gro&#223;wildj&#228;ger gleicht: Er jagt nur solche Beute, die auch eine gewisse Gefahr darstellt und damit Reputation verspricht. Dies offenbart Annas Erz&#228;hlung &#8222;Wir finden unsere M&#228;nner. Manchmal ohne Haut und manchmal viel, viel schlimmer&#8220;, als auch der Umstand, dass der Predator an Anna kein Interesse zeigt (nebenbei ein sch&#246;ner Beitrag zur Gender-Debatte). Die bestialische Zurschaustellung des toten Gegners entspricht der terroristischen Taktik die psycholgische Wirkung der Tat zu maximieren.Das Sammeln von Troph&#228;en verweist auf die Vergangenheit des Menschen. Der Film greift dies als tribalen Aspekt auf, denn der Indianer Billy nimmt die N&#228;he des Predators metaphysisch wahr. Trotzdem ist es der erst der moderne, hemds&#228;rmlige Amerikaner, der den Predator als das erkennen kann, was er ist und diesen schlie&#223;lich richtet: &#8222;Wenn es blutet, kann man es t&#246;ten!&#8220; Den R&#252;ckschritt in die eigene Geschichte symbolisiert bereits der Name des Fremden: Pr&#228;-Dator, also der Vorzeitliche, der aus der Vorzeit des (post)modernen Menschen stammt und symbolisch f&#252;r das urspr&#252;ngliche Raubtier Mensch steht. Bindglied stellen hier die Ureinwohner dar, die f&#252;r eine urspr&#252;ngliche Lebensweise stehen und noch in der Lage sind dessen Pr&#228;senz zu sp&#252;ren.In Reflektion auf das Wesen des Krieges bedeutet der Konflikt zwischen Mensch und Alien, dass eine Reduktion auf die eigenen Instinkte jeder Technik trotzen und diese &#252;berlisten bzw. zumindest ins Leere laufen lassen kann, was zahllose aktuelle Beispiele asymmetrischer Kriege in Afghanistan, in Israel oder im Irak verdeutlichen. Verfolgt man die Debatte &#252;ber Kriegsf&#252;hrung weiter, stehen sich somit der distanzierte High-Tech-Krieg und unmittelbare Counter-Insurgency gegen&#252;ber: High-Tech-Waffen verfehlen ihre Wirkung bei einem dezentral und klandestin agierenden Gegner, gegen-terroristische Ma&#223;nahmen au&#223;erhalb oder auf der Grenze dessen, was Moral und Rechtsstaat zulassen (Folter, gezielte T&#246;tung), f&#252;hren wiederum zu einer Delegitimation des demokratischen Wertehorizonts.Konsequent ist die Wahl des Schauplatzes f&#252;r den weitestgehend redundanten Predator 2 (1990): Los Angeles als Schlachtfeld von Drogenbanden, eine machtlose Polizei und mittendrin der au&#223;erirdische Troph&#228;enj&#228;ger. Die Stadt, der &#8222;Gro&#223;stadtdschungel&#8220; (wiederum ein Dschungel), der H&#228;userkampf ist mit seiner Un&#252;bersichtlichkeit eines der paradigmatischen Schlachtfelder des 20. Jahrhunderts und Schreckgespenst aller Kriegsf&#252;hrer. Typisch f&#252;r solche Szenarien ist, dass nun auch Zivilisten zu den Opfern geh&#246;ren. Der Plot ist letztlich austauschbar, zuletzt kommt es erneut zum Kampf Mensch gegen Predator, der Mensch obsiegt und wird diesmal sogar von dessen Kameraden geehrt. Die Alien vs. Predator-Sequels von 2004 und 2007 reduzieren die Reihe schlie&#223;lich auf einen Gladiatorenkampf.Abseits der politologischen Debatten kann Predator nur bedingt &#252;berzeugen; der SF-Aspekt &#8211; so k&#246;nnte man meinen &#8211; dient dabei als Mittel zur Erkl&#228;rung von Plot-Ungereimtheiten. Versucht man den Einsatz von Waffen zu politisieren, z. B. als Aspekt zur seelisch-geistigen Befreiung (Franz Fanon), wird deutlich, dass der Film letztlich nur die eigene Redundanz zelebriert &#8211; der Predator holt die Toten, da er Troph&#228;en sammelt: T&#246;ten dient nur als Mittel zum Zweck. Hieraus ergibt sich eine Inkoh&#228;renz bez&#252;glich einer kritischen Aufarbeitung des Vietnamkriegs.Letztlich ist diese Form autoreflexiver Gewalt inh&#228;rentes Merkmal jeglicher Action-Filme. Mit seiner innovativen SF-Action-Mischung, der Vietnam-Analogie (wenn man diese auf Taktik und Strategie bezieht und weniger als Kritik am Vietnamkrieg selbst) und dem sich aus dem Konflikt zwischen Pr&#228;-Dator und Mensch entspannenden Diskurs &#252;ber das Wesen des Menschen und des Krieges, sticht der Film dennoch aus der Masse zeitgen&#246;ssischer Actionfilme heraus.</description>
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<div align="justify"><em>Predator</em> von 1987 mit Arnold Schwarzenegger in der Rolle des Major Dutch Schaefer &ndash; Anf&uuml;hrer einer Spezialeinheit, welche im Dschungel Zentralamerikas einen Minister aus den F&auml;ngen von Rebellen retten soll und dann mit einem au&szlig;erirdischen J&auml;ger konfrontiert wird &ndash; ist nicht nur ein SF- und Actionfilm, welcher den Kalten Krieg aufgreift, sondern dar&uuml;ber hinaus auch eine Analogie auf den Vietnamkrieg und eine Studie &uuml;ber das Wesen des Menschen.<br />Eine Zusammenfassung der Handlung und weitere Informationen finden Sie auf <a href="javascript:void(0);/*1241636551823*/" target="_blank">wikipedia</a>.<br /><br />Die Anfangsszene mit dem die Erdatmosph&auml;re penetrierenden Predator-Raumschiff signalisiert, dass die Handlung auf einen Konflikt zwischen Mensch und Predator hinauslaufen wird. Doch zuerst tritt die Alien-Handlung in den Hintergrund.<br />Wie auch Rambo ist Dutch Schaefer ein integrerer K&auml;mpfer mit moralischen Richtlinien. Er misstraut &bdquo;denen da oben&ldquo; in Gestalt von General Phillips, ganz besonders aber dem ehemaligen Kameraden und nun sinistren CIA-Agent Major Georg Dillon; auf einen Auftrag in Berlin ist Schaefer durchaus stolz, einen ebensolchen in Libyen hatte er mit der Begr&uuml;ndung sie seien keine M&ouml;rder abgelehnt, was der skrupellose CIA-Mann nicht nachvollziehen kann. Dabei ist die moralische Haltung auch ein gewisses Kuriosum, wenn man die verrohte, primitive Truppe Schaefers w&auml;hrend des Hubschrauberflugs zum Einsatzort vorgef&uuml;hrt bekommt. Ein Bezug auf den Vietnamkonflikt ist, abgesehen von dem den Film bestimmenden Dschungelkampf gegen einen omnipr&auml;senten Gegner, das H&ouml;ren von Rockmusik w&auml;hrend des Fluges, wie es bei Vietnam-Piloten vorkam.<br />Naheliegend ist es ebenso, die Mission in S&uuml;damerika als Anspielung auf die Einflussnahme der USA in ihrem &bdquo;Vorhof&ldquo; zu sehen, u. A. die Invasion auf Grenada 1983 gegen den Sozialreformer Maurice Bishop, welcher mit Kuba und der Sowjetunion paktierte, die Unterst&uuml;tzung der Contras in Nicaragua seit der Macht&uuml;bernahme der linksgerichteten Sandinisten 1979, die Operation &bdquo;Just Cause&ldquo; in Panama 1989 ma&szlig;geblich wegen des in Drogenhandel und Geldw&auml;sche verstrickten Oberbefehlshabers der panamaischen Nationalgarde Manuel Noriega oder auch die gescheiterte Invasion der USA in der Schweinebucht auf Kuba 1961 und der von der CIA gesteuerte Umsturz Jacobo Arbenzs in Guatemala 1954.<br /><br />Aber die Analogie auf den mit der &bdquo;Golf von Tonkin&ldquo;-Resolution 1964 eskalierenden und 1975 mit der Einnahme Saigons endenden Vietnam-Krieg ist immanent. Trotz zahlreicher Bombardements und des massiven Einsatzes von Soldaten konnten die USA den Gegner Mitte der 60er nicht nennenswert einschr&auml;nken. Ganz im Gegenteil wendete sich die Situation nach der nordvietnamesischen TET-Offensive 1968, welche zwar zur&uuml;ckgeschlagen werden konnte, aber verheerende psychologische Konsequenzen hatte, besonders auf die kritische &Ouml;ffentlichkeit. Die &bdquo;Vietnamisierung&ldquo; (weniger US-, mehr s&uuml;dvietnamesische Soldaten) unter Nixon, dessen Ann&auml;herung an China konnten eine Niederlage genauso wenig verhindern wie der der gelungene R&uuml;ckschlag der nordvietnamesischen &bdquo;Oster-Offensive&ldquo; 1972 und die anschlie&szlig;enden Verhandlungen: Nachdem 1973 die Bombardierung der kambodschanischen R&uuml;ckzugsgebiete ausgesetzt wurde, sowie die finanzielle und milit&auml;rische Unterst&uuml;tzung der USA f&uuml;r S&uuml;dvietnam gek&uuml;rzt wurde, konnte Nordvietnam bis 1975 den Sieg erringen.<br />Gr&uuml;nde f&uuml;r das Scheitern der Amerikaner war v. A. deren mangelnde Historizit&auml;t: Man setzte sich nicht mit der Kultur eines Landes auseinander und versuchte den Feind mit gewaltigen Mengen Bomben niederzuringen. Diese Praxis zusammen mit dem brutalen Vorgehen gegen Kollaborateure f&uuml;hrte jedoch eher zu einer Solidarisierung der s&uuml;dvietnamesischen Bev&ouml;lkerung mit Nordvietnam. Im Rahmen des &bdquo;Phoenix&ldquo;-Programms verlie&szlig; man sich auf s&uuml;dvietnamesische Spitzel, die den USA helfen sollte den Widerstand des Nordvietnam unterst&uuml;tzenden in S&uuml;dvietnam operierenden &bdquo;Vietcong&ldquo; (der umgangssprachlichen Bezeichnung f&uuml;r die &bdquo;FNL-Guerillaarmee&ldquo;) zu brechen. Diese missbrauchten die Amerikaner aber nicht selten f&uuml;r ihre eigenen Interessen, so dass letztlich Unschuldige zu Tode kamen. Zudem waren die amerikanischen Soldaten nicht auf einen Guerilla-Krieg im Dschungel vorbereitet: Der Feind war omnipr&auml;sent und k&auml;mpfte einen asymmetrischen Krieg, wie er heute im Irak und in Afghanistan stattfindet, was die US-Truppen erheblich unter Druck setzte und die Kriegsf&uuml;hrung weiter brutalisierte. Dies f&uuml;hrte zu zahlreichen Eskalationen; gut dokumentiert ist z. B. das Kriegsverbrechen von My Lai, bei dem US-Soldaten zahlreiche Zivilisten ermordeten.<br /><br />Die erste Eskalationsstufe des Films wird erreicht, nachdem die Spezialeinheit die Opfer des Predators findet: Es handelt sich um einen Teil der Besatzung des abgest&uuml;rzten Hubschraubers, die bestialisch geh&auml;utet und kopf&uuml;ber an B&auml;umen aufgeh&auml;ngt sind. Das H&auml;uten stellt eine Parallele zu tribalen V&ouml;lkern her, bei denen das Sammeln eines Skalps als Troph&auml;e &uuml;blich war. Darauf beginnt sich in der Truppe ob des animalischen Feindes im un&uuml;bersichtlichen Dschungel Unruhe auszubreiten. Diese Angst steht archetypisch und symbolisch f&uuml;r die jungen, unerfahrenen Soldaten, die vom US-Milit&auml;r bevorzugt an vorderster Front eingesetzt wurden. Diese trafen im &bdquo;Herz der Finsternis&ldquo; (als Symbol f&uuml;r brutale Ausbeutung und undurchdringlichen Dschungel) auf den tellurischen und autochthonen nordvietnamesischen Partisanen schmittscher Pr&auml;gung, der jederzeit auftauchen und verschwinden konnte und den Feind mit archaischen Fallen demoralisierte. Z. B. Gruben mit Bambusspitzen oder einfache, aber t&ouml;dliche Sprengfallen, siehe dazu auch <a href="http://www.geschichteinchronologie.ch/as/vietnam/vietnamkrieg-taktiken-in-bildern.html#Fallenstellen" target="_blank">Taktiken im Vietnamkrieg</a>.<br />Kurz darauf trifft die Eliteeinheit auf das Lager der Rebellen, deren Milit&auml;rexperten russische Milit&auml;rberater sind. Nachdem Schaefer die Exekution einer Geiseln beobachtet, wird das Lager gest&uuml;rmt und alle Rebellen bis auf eine Frau, Anna, werden get&ouml;tet. Sie finden die Geiseln ermordet auf. Nun stellt sich heraus, dass der Minister niemals existierte und dass es sich bei den Geiseln um CIA-Mitarbeiter handelt: Die anf&auml;ngliche Geschichte sollte nur der K&ouml;der sein, um Schaefer zu &uuml;berzeugen den Auftrag anzunehmen, der in Wahrheit keine Rettungs-, sondern eine T&ouml;tungsmission war.<br />Der menschliche Feind ist nun besiegt, routiniert und erfolgreich, wie es sich f&uuml;r einen US-Leinwandsoldaten geh&ouml;rt. Vielleicht war Schaefer dabei auch seine aufgrund des Namens naheliegende teutonische Vergangenheit, sprich seine deutsche Gr&uuml;ndlichkeit, von nutzen? Die die Rebellen unterst&uuml;tzenden russischen Milit&auml;rberater stehen f&uuml;r den sinistren Feind im Hintergrund, der die Bedrohung erst erm&ouml;glicht. Dies waren im Fall des Vietnamkriegs, die Sowjetunion und China. Nordvietnam verstand es jedoch durchaus die beiden Gro&szlig;m&auml;chte gegeneinander auszuspielen um Unterst&uuml;tzung von beiden Seiten zu erhalten. Erst durch diese Stilisierung von einem Regionalkonflikt zu einem Stellvertreterkrieg wurde aus dem Vietnamkrieg ein Ereignis globaler politischer Bedeutung.<br />Die Soldaten werden auch von klandestinen Elementen in den eigenen Reihen bedroht in diesem Fall der CIA und der Generalit&auml;t, ganz dem Klischee vom tapferen, kleinen Soldaten entsprechend. Diese Erfahrung steht beispielhaft f&uuml;r die politisch motivierte Kriegsstrategie in Vietnam, die wenig R&uuml;cksicht auf die regionalen Umst&auml;nde und Probleme nahm. Bei der Schlacht um den sogenannten &bdquo;Hamburger Hill&ldquo; (1987 von John Irvin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hamburger_Hill" target="_blank">verfilmt</a>) vom 10. bis 20. Mai 1969 in der N&auml;he zur laotischen Grenze auf dem H&uuml;gel Dong Ap Bia, schickte die amerikanische Generalit&auml;t trotz des geringen strategischen Werts zahlreiche Soldaten in ein Sch&uuml;tzengrabengefecht und gab den H&uuml;gel nur wenige Tage sp&auml;ter wieder auf. Diese Schlacht wurde in der &Ouml;ffentlichkeit kritisch rezipiert und f&uuml;hrte zu einer weiteren Vietnamisierung und dem damit einhergehenden R&uuml;ckzug der USA.<br /><br />Nun beginnt die zweite Eskaltionsstufe, der eigentliche Konflikt, der mit dem Predator; entsprechend oft wird nun in die Perspektive mit W&auml;rmebildkamera und verzerrten Stimmen gewechselt. Das unsichtbare und &uuml;berlegene Alien taucht aus dem Nichts auf und t&ouml;tet nach dem &bdquo;Zehn kleine Negerlein&ldquo;-Horrorfilmschema die Mitglieder der Elitetruppe, nicht ohne sich von jedem eine Troph&auml;e zu holen. Trotz seiner Fremdheit wird er dem Menschen dabei immer &auml;hnlicher, der in der Menschheitsgeschichte selbst oft genug als &uuml;berlegener J&auml;ger aufgetreten ist. <br />Eine klischeehafte Komponente gewinnt das Duell zwischen dem amerikanischen Ureinwohner Billy und dem Predator, der als stereotyper Indianer F&auml;hrten lesen kann, das Unheil sp&uuml;rt und sich dem Alien schlie&szlig;lich mit einem Messer stellt.<br /><br />Schlie&szlig;lich, und dies ist die dritte und finale Eskalationsstufe, stellt sich auch Dutch dem Predator in einem engen Tal, aus dem es kein Entrinnen gibt &ndash; die &Ouml;rtlichkeit deutet das Eschatologische der Handlung an: Dutch findet durch Zufall heraus, dass sich der Predator t&auml;uschen l&auml;sst, denn der Au&szlig;erirdische benutzt ein Infrarotsichtger&auml;t, entsprechende Wellen lassen sich durch Schlamm tarnen. Schaefer begibt sich nun auf die gleiche Ebene wie der Gegner: Archaisch mit Schlamm beschmiert und zahlreiche Fallen installierend, wird er selbst zum tellurischen und autochthonen K&auml;mpfer, der sich auf seine urmenschlichen Instinkte als J&auml;ger und Sammler beruft, die jenen des Au&szlig;erirdischen letztlich &uuml;berlegen sind; hier sei besonders an die Sequenz erinnert, in der Schwarzenegger gleich einem archaischen Homo sapiens schlammbedeckt die Fackel schwingt (im Trailer zu sehen). Nur auf diese Weise kann der Predator als Verk&ouml;rperung menschliche Urangst und High-Tech-Guerillero besiegt werden, nachdem moderne Waffen nicht die erw&uuml;nschte Wirkung zeigte.<br />In der Realit&auml;t des Vietnamkriegs kommt dies dem Versuch gleich, nach Napalmfl&auml;chenbombardements und dem massiven Einsatz von Munition (amerikanische bzw. s&uuml;dvietnamesische Soldaten feuerten anfangs blindlings das ganze Magazin ihrer Maschinengewehre mit einer Salve leer), dem Vietcong in einem ebenfalls asymmetrischen Krieg gegen&uuml;berzutreten (Phoenix-Programm), der jedoch aufgrund der kulturellen Unkenntnis der USA zu einer Brutalisierung mit insbesondere zivilen Opfern f&uuml;hrte. Feuer mit Feuer zu bek&auml;mpfen ist nur in wenigen Situationen eine angemessene (milit&auml;rische) Strategie: Israel oder die USA werden regelm&auml;&szlig;ig mit dem Vorwurf des Kriegsverbrechens konfrontiert, wenn Sie gezielte T&ouml;tungsoperationen ausf&uuml;hren oder massive Gewalt anwenden, denn Rechtstaaten mit moralischen Richtlinien werden dabei an ihren eigenen Idealen gemessen. So scheiterten die USA auch mit dem Versuch Guantanamo als Gefangenenlager f&uuml;r &bdquo;nicht-gesetzlicher&ldquo; Kombattanten institutionell zu legitimieren.<br />Dabei ist der Predator kein Low-Tech-Krieger wie z. B. die Taliban, welche mit Handfeuerwaffen und Selbstmordattentaten gegen einen hochger&uuml;steten Gegner mit modernsten Flugger&auml;ten und schweren Waffen antreten, sondern ein technisiertes Monster mit automatischem Zielsystem, Schutzschild, der M&ouml;glichkeit praktisch unsichtbar zu agieren und sich mit einer Atombombe selbst zu zerst&ouml;ren. Er entspricht damit eher der US-Kriegsmaschinerie mit Tarnkappenbombern, lasergesteuerten Bomben und ferngesteuerten Drohnen. Die symbolischen Rollen in <em>Predator</em> wechseln zwischen den Protagonisten und sind nicht selten amorph angelegt, denn das Alien entpuppt sich antagonistisch zur High-Tech-Kampfmaschine auch als rudiment&auml;rer J&auml;ger und setzt den Kampf zuletzt ohne seine Maske und R&uuml;stung fort. Er beraubt sich somit seiner visuellen &Uuml;berlegenheit und seines Schutzes um den Nervenkitzel zu steigern &ndash; selbstredend wird damit auch der Nervenkitzel des Zuschauers gesteigert, der nun das grausige Aliengesicht zu sehen bekommt. Diese Hybris wird dem Predator allerdings zum Verh&auml;ngnis, da er den Menschen Dutch Schaefer untersch&auml;tzt und schlie&szlig;lich in den Selbstmord per Atombombe flieht.<br /><br />Wer und was ist der Predator also? Er ist zum einen ein Symbol f&uuml;r den omnipr&auml;senten und trotzdem unsichtbaren Gegner, wie er z. B. im Dschungel Vietnams zu finden war. Er vereint zudem den archaischen J&auml;gertypus mit modernem High-Tech-Krieger und sprengt damit das Paradigma des Partisanen, der sich besonders auf seine Orts- und Kulturkenntnis beruft, aber mit unterlegenen Waffen k&auml;mpft. Das Alien ist zwar per se nicht erdverbunden, agiert jedoch in &bdquo;seinem&ldquo; Jagdrevier. Dies best&auml;tigt Anna, die aus &Uuml;berlieferungen wei&szlig;, dass Predatoren die Gegen bereits h&auml;ufiger in warmen Jahren aufsuchten. Die s&uuml;damerikanischen Ureinwohner verstanden den Fremden jedoch nicht als J&auml;ger, sondern als religi&ouml;s-mythische Figur. In diesem Zusammenhang wird auch immanent, dass der Predator dem Typus Gro&szlig;wildj&auml;ger gleicht: Er jagt nur solche Beute, die auch eine gewisse Gefahr darstellt und damit Reputation verspricht. Dies offenbart Annas Erz&auml;hlung &bdquo;Wir finden unsere M&auml;nner. Manchmal ohne Haut und manchmal viel, viel schlimmer&ldquo;, als auch der Umstand, dass der Predator an Anna kein Interesse zeigt (nebenbei ein sch&ouml;ner Beitrag zur Gender-Debatte). Die bestialische Zurschaustellung des toten Gegners entspricht der terroristischen Taktik die psycholgische Wirkung der Tat zu maximieren.<br />Das Sammeln von Troph&auml;en verweist auf die Vergangenheit des Menschen. Der Film greift dies als tribalen Aspekt auf, denn der Indianer Billy nimmt die N&auml;he des Predators metaphysisch wahr. Trotzdem ist es der erst der moderne, hemds&auml;rmlige Amerikaner, der den Predator als das erkennen kann, was er ist und diesen schlie&szlig;lich richtet: &bdquo;Wenn es blutet, kann man es t&ouml;ten!&ldquo; Den R&uuml;ckschritt in die eigene Geschichte symbolisiert bereits der Name des Fremden: Pr&auml;-Dator, also der Vorzeitliche, der aus der Vorzeit des (post)modernen Menschen stammt und symbolisch f&uuml;r das urspr&uuml;ngliche Raubtier Mensch steht. Bindglied stellen hier die Ureinwohner dar, die f&uuml;r eine urspr&uuml;ngliche Lebensweise stehen und noch in der Lage sind dessen Pr&auml;senz zu sp&uuml;ren.<br />In Reflektion auf das Wesen des Krieges bedeutet der Konflikt zwischen Mensch und Alien, dass eine Reduktion auf die eigenen Instinkte jeder Technik trotzen und diese &uuml;berlisten bzw. zumindest ins Leere laufen lassen kann, was zahllose aktuelle Beispiele asymmetrischer Kriege in Afghanistan, in Israel oder im Irak verdeutlichen. Verfolgt man die Debatte &uuml;ber Kriegsf&uuml;hrung weiter, stehen sich somit der distanzierte High-Tech-Krieg und unmittelbare Counter-Insurgency gegen&uuml;ber: High-Tech-Waffen verfehlen ihre Wirkung bei einem dezentral und klandestin agierenden Gegner, gegen-terroristische Ma&szlig;nahmen au&szlig;erhalb oder auf der Grenze dessen, was Moral und Rechtsstaat zulassen (Folter, gezielte T&ouml;tung), f&uuml;hren wiederum zu einer Delegitimation des demokratischen Wertehorizonts.<br />Konsequent ist die Wahl des Schauplatzes f&uuml;r den weitestgehend redundanten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Predator_2" target="_blank"><em>Predator 2</em></a> (1990): Los Angeles als Schlachtfeld von Drogenbanden, eine machtlose Polizei und mittendrin der au&szlig;erirdische Troph&auml;enj&auml;ger. Die Stadt, der &bdquo;Gro&szlig;stadtdschungel&ldquo; (wiederum ein Dschungel), der H&auml;userkampf ist mit seiner Un&uuml;bersichtlichkeit eines der paradigmatischen Schlachtfelder des 20. Jahrhunderts und Schreckgespenst aller Kriegsf&uuml;hrer. Typisch f&uuml;r solche Szenarien ist, dass nun auch Zivilisten zu den Opfern geh&ouml;ren. Der Plot ist letztlich austauschbar, zuletzt kommt es erneut zum Kampf Mensch gegen Predator, der Mensch obsiegt und wird diesmal sogar von dessen Kameraden geehrt. Die Alien vs. Predator-Sequels von 2004 und 2007 reduzieren die Reihe schlie&szlig;lich auf einen Gladiatorenkampf.<br /><br />Abseits der politologischen Debatten kann <em>Predator</em> nur bedingt &uuml;berzeugen; der SF-Aspekt &ndash; so k&ouml;nnte man meinen &ndash; dient dabei als Mittel zur Erkl&auml;rung von Plot-Ungereimtheiten. Versucht man den Einsatz von Waffen zu politisieren, z. B. als Aspekt zur seelisch-geistigen Befreiung (Franz Fanon), wird deutlich, dass der Film letztlich nur die eigene Redundanz zelebriert &ndash; der Predator holt die Toten, da er Troph&auml;en sammelt: T&ouml;ten dient nur als Mittel zum Zweck. Hieraus ergibt sich eine Inkoh&auml;renz bez&uuml;glich einer kritischen Aufarbeitung des Vietnamkriegs.<br />Letztlich ist diese Form autoreflexiver Gewalt inh&auml;rentes Merkmal jeglicher Action-Filme. Mit seiner innovativen SF-Action-Mischung, der Vietnam-Analogie (wenn man diese auf Taktik und Strategie bezieht und weniger als Kritik am Vietnamkrieg selbst) und dem sich aus dem Konflikt zwischen Pr&auml;-Dator und Mensch entspannenden Diskurs &uuml;ber das Wesen des Menschen und des Krieges, sticht der Film dennoch aus der Masse zeitgen&ouml;ssischer Actionfilme heraus.</div>]]></content:encoded>
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					<title>Sin City</title>
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					<pubDate>Thu, 12 Jun 2008 18:43:26 +0000</pubDate>
										<category domain="alt">Science-Fiction</category>
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Eine Zusammenfassung des Inhalts ist auf wikipedia zu finden. Eine Lekt&#252;re dieser wird empfohlen.
Der Film basiert auf einem d&#252;steren Neo-Noire-Flair, reduziert auf eine stilisierende Schwarz-Wei&#223;-Darstellung mit assoziativen Farbeinsch&#252;ben: Es herrscht dauerhafte Dunkelheit im Lowkey-Stil, die Stadt erscheint als stete Bedrohung in der negative Aspekte der Urbanisierung kumulieren (Entwurzelung, Desorientierung, Perspektivlosigkeit, brutale Gewalt) und im Fokus der Handlung stehen nachdenkliche Verlierertypen.   Hier kn&#252;pft der Film an die Tradition des Film Noir an; prominente Beispiele sind Die Spur des Falken (1941), Tote schlafen fest (1946) oder auch Der dritte Mann (1949). Auch in der Erz&#228;hltechnik besteht eine Analogie zu Sin City: Voiceover und asynchrones, fragmentiertes Erz&#228;hlen sind gern benutzte Stilmittel. Darin ist auch eine Verbindung zu der Herkunft der Geschichte aus dem Comic auszumachen: Eine schnelle Raffung, die dem Wechsel einzelner Bilder &#228;hnelt, scherenschnittenartige Szenen, die nur aus dem Kontrast zwischen Schwarz und Wei&#223; bestehen, der weit gehende Verzicht auf eine bewegte Kamera, die verfremdete Illustration von Blut, welches wei&#223; dargestellt wird, sowie die &#252;bernat&#252;rliche Widerstandsf&#228;higkeit der Protagonisten zur Steigerung des Konflikts.
Drei der vier Episoden &#8222;That Yellow Bastard&#8220;, &#8222;Sin City (The Hard Goodbye)&#8220; und &#8222;The Big Fat Kill&#8220; erz&#228;hlen letztlich die gleiche Fabel: Der &#228;u&#223;erst brutale Kampf eines aufrechten und ehrenvollen Guten gegen das &#252;berm&#228;chtige B&#246;se. Da sich der Held der Mittel des B&#246;sen bedient, wird er nach Herstellung der Gerechtigkeit in der Ungerechtigkeit gerichtet oder richtet sich selbst. &#8222;The Customer Is Always Right&#8220; dient als inhaltliche Klammer, die den Film er&#246;ffnet und schlie&#223;t. Die Botschaft lie&#223;e sich als Unausweichlichkeit kausaler menschlicher Handlungen deuten: Der Salesman (Josh Harnett) t&#246;tet in der Anfangsszene sein Opfer trotz gewisser Zuneigung, denn &#8222;the Customer Is Always Right&#8220;. Er hat sich f&#252;r eine Aufgabe entschieden, die er nun auch vollendet. In der Schlussszene begegnet die Verr&#228;terin Becky (Alexis Bledel) aus &#8222;The Big Fat Kill&#8220; dem nun auf sie angesetzten Salesman und wird damit f&#252;r ihr Handeln bestraft.   Allen Episoden inh&#228;rent sind demokratische Defizite: Die Polizei wird durch und durch korrupt und als Gegner der Zivilgesellschaft, nicht als dessen Garant dargestellt; beispielhaft zu nennen sind hier Hartigans (Bruce Willis) korrupter Polizeikollege Bob (Michael Madsen), der im Dienste von Senator Roark (Powers Boothe) dessen mordenden Sohn (Nick Stahl) deckt und Hartigan schlie&#223;lich niederschie&#223;t, der archaisch geschminkte Anf&#252;hrer der Polizeispezialeinheit, welcher Marvs (Mickey Rourke) Bew&#228;hrungshelferin Lucille (Carla Cugino) grausam t&#246;tet, indem er ein ganzes Magazin in sie entleert und Jack Rafferty, genannt &#8222;Jackie Boy&#8220; (Benicio Del Toro), der mit einer Gang herumzieht und seine Ex-Freundin Shellie (Brittany Murphy) bel&#228;stigt. Diesen Schattengestalten stehen aber immer gute &#8222;Cops&#8220; bzw. &#8222;private Ordnungsh&#252;ter&#8220; gegen&#252;ber, wie Hartigan, der Schl&#228;ger Marv oder Dwight McCarthy (Clive Owen); diese sind trotz positiver Konnotation jedoch keine reinen Lichtgestalten, sondern &#252;beraus ambivalente Charaktere.   Die Zivilgesellschaft, &#8222;der kleine Mann&#8220;, wird zum Opfer von Polizei, Mafia, skrupellosen Gangstern, S&#246;ldnern und Kapital. Drahtzieher sind meist hohe Pers&#246;nlichkeiten des &#246;ffentlichen Lebens, die zur gleichen Familie geh&#246;ren, wie Kardinal (Rutger Hauer) und Senator Roark. Signifikat daf&#252;r ist die w&#252;tende Feststellung aller B&#246;sewichter kurz vor ihrer Festnahme, dass sie Verbindungen nach ganz oben h&#228;tten. Das entstehende Bild einer kungelnden Dynastie hat wenig mit der Volksherrschaft der Vereinigten Staaten gemein, sondern erinnert an eine mittelalterliche Aristokratie. Diese Dynastie ist merklich degeneriert, denn nicht nur handelt es sich um kalte, r&#252;cksichtslose Machtmenschen, sie sind zum Teil selbst kriminell und pervers, wie der menschenfressende Kardinal Roark.   Dem gegen&#252;ber stehen die Helden als aufrechte Vollstrecker und letzte Bastion gegen das verkommene B&#246;se und &#252;bernehmen dadurch bisweilen die Funktion von Paramilit&#228;rs, als Exekutoren einer verzweifelten Law-and-Order-Politik. Ebenso wie die Protagonisten &#252;bernehmen einzelne soziale Gruppen die Regulierung von Regeln selbst: Die Prostituierten, &#8222;gefallene Engel&#8220;, in &#8222;Old Town&#8220; treffen eine Abmachung mit den Ordnungskr&#228;ften, dass sie von ihnen nicht behelligt werden, daf&#252;r aber ihre eigenen Regeln aufstellen und sich selbst verteidigen.
All diese Muster sind Symptome der nach Mary Kaldor sogenannten &#8222;neuen Kriege&#8220;, &#8222;asymmetrischen Kriege&#8220; bei Herfried M&#252;nkler oder auch &#8222;privatisierten Gewalt&#8220; bei Erhard Eppler.   Dahinter steht der Bedeutungswandel des Begriffes &#8222;Krieg&#8220;: Nach den Verheerungen des Drei&#223;igj&#228;hrigen Krieges und des darauf folgenden Westf&#228;lischen Friedens 1648 fand eine zunehmende Hegung des Krieges statt, welche bis zum Ersten Weltkrieg &#8211; v. a. mit den Genfer Konventionen 1864 und den Haager Friedenskonferenzen von 1899 und 1907 &#8211; weiter vorangetrieben wurde. Entscheidende Merkmale dieser Hegung waren die klare Differenzierung von Krieg und Frieden, das staatliche Gewaltmonopol, die Unterscheidung zwischen Kombattanten und Nichtkombattanten und der Antagonismus von regul&#228;rem Erwerbsleben und Gewaltanwendung.   Mit dem ersten Weltkrieg kam es zu einer zunehmenden Regression, welche mit dem Zerfall der Sowjetunion 1989 kumulierte und in der Negation der Einhegung kriegerischer Auseinandersetzungen resultierte: Ein amorpher,  dauerhafter Konfliktzustand, Verlust des Gewaltmonopols, keine Trennung mehr zwischen Zivilist und K&#228;mpfer, sowie das Gesch&#228;ft mit und um dem Krieg sind die Konsequenzen.   Der Verlust des staatlichen Gewaltmonopols l&#228;sst sich damit erkl&#228;ren, dass wie Eppler dies nennt, es zu einer Erosion von &#8222;oben&#8220; und &#8222;unten&#8220; kommt. Eine Privatisierung &#8222;von oben&#8220; bedeutet, dass das staatliche Gewaltmonopol an private Sicherheitsfirmen (z. B. Blackwater im Irak) oder Paramilit&#228;rs (so geschehen durch Gro&#223;grundbesitzer in Kolumbien) abgegeben wird, welche schon oft wegen ihres r&#252;cksichtslosen Vorgehens mediale Popularit&#228;t erlangten, &#8222;von unten&#8220;, dass die B&#252;rger die Gewalt zur Herstellung innerer Sicherheit in die Hand nehmen und Selbstjustiz &#252;ben. Diesem Zerfall des Gewaltmonopols, folgt meist ein Zerfall jeglicher gesellschaftlicher Werte. Eugen Sorg, Reporter der Schweizer Weltwoche, interviewte dazu Hassan, welcher in Somalias Hauptstadt Mogadischu als &#8222;Freelance Gunman&#8220; arbeitet: &#8222;Denkst du manchmal daran, dass Stehlen etwas Schlechtes ist?&#8220; &#8211; &#8222;Wir wissen, dass es schlecht ist&#8220;, sagt er, ohne zu z&#246;gern, &#8222;aber es gibt kein Gesetz in diesen Zeiten. Jedes Tabu wird aufgegessen.&#8220; (Eugen Sorg: Stadt ohne Gesetz, in: Weltwoche (CH) 15/04.) Besonders Kinder leiden unter dieser Gewaltsozialisierung und dem Einsatz als Kindersoldaten, weshalb die Auswirkungen neuer Kriege nur durch intensive (sozialp&#228;dagogische und psychologische) Ma&#223;nahmen und &#252;ber lange Zeitr&#228;ume reguliert werden k&#246;nnen.Zusammen mit dem Niedergang bzw. der Prohibition gesellschaftlicher Werte konsolidiert sich eine neue Oberschicht skrupelloser Warlords, wie z. B. Charles Taylor in Nigeria, die ihren Reichtum und ihre Macht durch das Gesch&#228;ft mit dem Krieg mehren. Es entsteht eine regelrechte Kriegswirtschaft, in deren Fokus u. A. der Handel mit Ressourcen, Waffen, aber auch Menschen steht: &#8222;In diesen Kriegs&#246;konomien haben sich die Priorit&#228;ten ge&#228;ndert. &#220;ber den Einsatz der milit&#228;rischen Mittel entscheiden nicht mehr politische Zielsetzungen, sondern Bereicherung zum Ziel der Gewalt und die Gewalt zur notwendigen Bedingung der Bereicherung.&#8220; (Klaus Schlichte: Die &#214;konomie zeitgen&#246;ssischer Kriege, in: Vierteljahrsschrift f&#252;r Sicherheit und Frieden 1 (1997), S. 20.)   Aber nicht nur innerhalb der L&#228;nder, auch jenseits der direkten und indirekten Grenzen, hat dies im Zuge der Globalisierung gravierende Folgen: W&#228;hrend direkte Nachbarn meistens in die Konflikte hineingezogen werden, profitieren Waffenproduzenten und Sicherheitsunternehmen in der Ersten und Zweiten Welt. &#8222;[E]s werden gigantische Ressourcen zur Verf&#252;gung gestellt, es wird geforscht, wie Menschen am effektivsten bek&#228;mpft und get&#246;tet werden k&#246;nnen, es existiert eine weltweite Kriegsindustrie.&#8220; (Andreas Herberg-Rothe: Der Krieg. Geschichte und Gegenwart. Frankfurt a. M., 2003, S. 86.)
In Sin City finden sich zahlreiche Analogien, die f&#252;r den Wandel dieses Begriffs stehen: Das d&#252;stere Moloch ist ein omipr&#228;senter Kriegsschauplatz auf dem das hobbessche Naturrecht gilt: Gewalt ist das einzig probate Mittel seine Interessen durchzusetzen, selbst f&#252;r die positiv konnotierten Charaktere. Es existiert keine Garantie von Sicherheit durch staatliche Institutionen, ganz im Gegenteil ist ein erheblicher Teil der exekutiven Organe an der Erosion der Werte beteiligt (u. A. Bob und Jackie Boy), wenn es denn &#252;berhaupt jemals demokratische Strukturen gegeben hat. Das Machtvakuum wird &#8222;von unten&#8220; besetzt durch kriminelle Banden und B&#252;rgerwehren (zu denen sich die Prostituierten in Old Town zusammenschlie&#223;en), sowie &#8222;von oben&#8220; durch S&#246;ldner (von denen Dwight beim Abtransport der Leiche Jackie Boys attackiert wird) und skrupellose Kriegsprofiteure, wie die Familie Roark, welche ihre Macht lediglich zu ihrem Vorteil und zur pers&#246;nlichen Bereicherung nutzen: &#8222;Macht entsteht nicht durch eine Marke oder eine Knarre, Macht entsteht wenn man l&#252;gt. L&#252;gen im gro&#223;en Stil und nach ihrer Pfeife tanzt die Welt.&#8220; (Senator Roark)   Allen Protagonisten ist wie auch in den privatisierten, &#246;konomisierten Konflikten an einem Erhalt des Status Quo gelegen, da ihre Macht und die Mehrung dieser auf der Konfliktsituation beruhen: Die Roarks, die Banden, aber auch die B&#252;rgerwehr von Prostituierten, die einen offenen Konflikt vermeiden will, aber selbst die positiv besetzten Figuren, deren Rolle durch den Konflikt konsolidiert wird.   Deren Opfer kann quasi jeder sein, eine Unterscheidung zwischen K&#228;mpfer und zu sch&#252;tzendem Zivilist existiert nicht. Kennzeichnend f&#252;r einen neuen Krieg in Sin City ist auch die Tatsache, dass der Konflikt mit kleinen billigen Handfeuerwaffen oder mit Klingen (wie Miho (Devon Aoki), die mit Schwertern k&#228;mpft) ausgetragen wird &#8211; Low-Tech statt High-Tech wird auch bei vielen Neuen Kriegen in Afrika bevorzugt eingesetzt, da diese preiswert und nahezu unbegrenzt verf&#252;gbar sind; so nutzten die Hutu in Ruanda v. a. Macheten um die 800.000 bis 1.000.000 Tutsi zu ermorden.
Die Comicverfilmung Sin City steht demnach mit der Darstellung einer pathologischen Gesellschaft latent und dennoch prototypisch f&#252;r die modernen Konflikte dieser Welt. Kennzeichnend ist der permanente Krisenzustand, eine Gesellschaft und ein System, die von zwei Seiten in die Zange genommen werden, positive Leitfiguren sind nicht auszumachen, ganz im Gegenteil sind die gesellschaftlichen Eliten massiv an der Erosion des Systems beteiligt, indem sie ausschlie&#223;lich eigene Interessen verfolgen, und auch die &#8222;Guten&#8220; sind keine Engel, sondern nur Teil des Teufelskreises der Gewalt. Dabei unterst&#252;tzt die fragmenthafte und unstete bildliche Darstellung und der Ursprung aus dem Comic diese Analyse.   Die Politikwissenschaft diskutiert zwar zahlreiche L&#246;sungsans&#228;tze dieses Dilemmas, z. B. eine (milit&#228;rische) St&#228;rkung der Uno oder eine Universalisierung der in Kants &#8222;Zum ewigen Frieden&#8220; propagierten Werte Toleranz, Multikulturalit&#228;t und letztlich Demokratie, die sogenannte Global Governance. Aber daf&#252;r bleibt in der sinistren und eschatologischen &#8222;Stadt der S&#252;nde&#8220; kein Platz.</description>
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<p>Eine Zusammenfassung des Inhalts ist auf <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sin_City_(Film)">wikipedia</a> zu finden. Eine Lekt&uuml;re dieser wird empfohlen.</p>
<p align="justify">Der Film basiert auf einem d&uuml;steren Neo-Noire-Flair, reduziert auf eine stilisierende Schwarz-Wei&szlig;-Darstellung mit assoziativen Farbeinsch&uuml;ben: Es herrscht dauerhafte Dunkelheit im Lowkey-Stil, die Stadt erscheint als stete Bedrohung in der negative Aspekte der Urbanisierung kumulieren (Entwurzelung, Desorientierung, Perspektivlosigkeit, brutale Gewalt) und im Fokus der Handlung stehen nachdenkliche Verlierertypen.<br />   Hier kn&uuml;pft der Film an die Tradition des Film Noir an; prominente Beispiele sind <em>Die Spur des Falken</em> (1941), <em>Tote schlafen fest </em>(1946) oder auch <em>Der dritte Mann </em>(1949). Auch in der Erz&auml;hltechnik besteht eine Analogie zu <em>Sin City</em>: Voiceover und asynchrones, fragmentiertes Erz&auml;hlen sind gern benutzte Stilmittel. Darin ist auch eine Verbindung zu der Herkunft der Geschichte aus dem Comic auszumachen: Eine schnelle Raffung, die dem Wechsel einzelner Bilder &auml;hnelt, scherenschnittenartige Szenen, die nur aus dem Kontrast zwischen Schwarz und Wei&szlig; bestehen, der weit gehende Verzicht auf eine bewegte Kamera, die verfremdete Illustration von Blut, welches wei&szlig; dargestellt wird, sowie die &uuml;bernat&uuml;rliche Widerstandsf&auml;higkeit der Protagonisten zur Steigerung des Konflikts.</p>
<p align="justify">Drei der vier Episoden &bdquo;That Yellow Bastard&ldquo;, &bdquo;Sin City (The Hard Goodbye)&ldquo; und &bdquo;The Big Fat Kill&ldquo; erz&auml;hlen letztlich die gleiche Fabel: Der &auml;u&szlig;erst brutale Kampf eines aufrechten und ehrenvollen Guten gegen das &uuml;berm&auml;chtige B&ouml;se. Da sich der Held der Mittel des B&ouml;sen bedient, wird er nach Herstellung der Gerechtigkeit in der Ungerechtigkeit gerichtet oder richtet sich selbst. &bdquo;The Customer Is Always Right&ldquo; dient als inhaltliche Klammer, die den Film er&ouml;ffnet und schlie&szlig;t. Die Botschaft lie&szlig;e sich als Unausweichlichkeit kausaler menschlicher Handlungen deuten: Der Salesman (Josh Harnett) t&ouml;tet in der Anfangsszene sein Opfer trotz gewisser Zuneigung, denn &bdquo;the Customer Is Always Right&ldquo;. Er hat sich f&uuml;r eine Aufgabe entschieden, die er nun auch vollendet. In der Schlussszene begegnet die Verr&auml;terin Becky (Alexis Bledel) aus &bdquo;The Big Fat Kill&ldquo; dem nun auf sie angesetzten Salesman und wird damit f&uuml;r ihr Handeln bestraft.<br />   Allen Episoden inh&auml;rent sind demokratische Defizite: Die Polizei wird durch und durch korrupt und als Gegner der Zivilgesellschaft, nicht als dessen Garant dargestellt; beispielhaft zu nennen sind hier Hartigans (Bruce Willis) korrupter Polizeikollege Bob (Michael Madsen), der im Dienste von Senator Roark (Powers Boothe) dessen mordenden Sohn (Nick Stahl) deckt und Hartigan schlie&szlig;lich niederschie&szlig;t, der archaisch geschminkte Anf&uuml;hrer der Polizeispezialeinheit, welcher Marvs (Mickey Rourke) Bew&auml;hrungshelferin Lucille (Carla Cugino) grausam t&ouml;tet, indem er ein ganzes Magazin in sie entleert und Jack Rafferty, genannt &bdquo;Jackie Boy&ldquo; (Benicio Del Toro), der mit einer Gang herumzieht und seine Ex-Freundin Shellie (Brittany Murphy) bel&auml;stigt. Diesen Schattengestalten stehen aber immer gute &bdquo;Cops&ldquo; bzw. &bdquo;private Ordnungsh&uuml;ter&ldquo; gegen&uuml;ber, wie Hartigan, der Schl&auml;ger Marv oder Dwight McCarthy (Clive Owen); diese sind trotz positiver Konnotation jedoch keine reinen Lichtgestalten, sondern &uuml;beraus ambivalente Charaktere.<br />   Die Zivilgesellschaft, &bdquo;der kleine Mann&ldquo;, wird zum Opfer von Polizei, Mafia, skrupellosen Gangstern, S&ouml;ldnern und Kapital. Drahtzieher sind meist hohe Pers&ouml;nlichkeiten des &ouml;ffentlichen Lebens, die zur gleichen Familie geh&ouml;ren, wie Kardinal (Rutger Hauer) und Senator Roark. Signifikat daf&uuml;r ist die w&uuml;tende Feststellung aller B&ouml;sewichter kurz vor ihrer Festnahme, dass sie Verbindungen nach ganz oben h&auml;tten. Das entstehende Bild einer kungelnden Dynastie hat wenig mit der Volksherrschaft der Vereinigten Staaten gemein, sondern erinnert an eine mittelalterliche Aristokratie. Diese Dynastie ist merklich degeneriert, denn nicht nur handelt es sich um kalte, r&uuml;cksichtslose Machtmenschen, sie sind zum Teil selbst kriminell und pervers, wie der menschenfressende Kardinal Roark.<br />   Dem gegen&uuml;ber stehen die Helden als aufrechte Vollstrecker und letzte Bastion gegen das verkommene B&ouml;se und &uuml;bernehmen dadurch bisweilen die Funktion von Paramilit&auml;rs, als Exekutoren einer verzweifelten Law-and-Order-Politik. Ebenso wie die Protagonisten &uuml;bernehmen einzelne soziale Gruppen die Regulierung von Regeln selbst: Die Prostituierten, &bdquo;gefallene Engel&ldquo;, in &bdquo;Old Town&ldquo; treffen eine Abmachung mit den Ordnungskr&auml;ften, dass sie von ihnen nicht behelligt werden, daf&uuml;r aber ihre eigenen Regeln aufstellen und sich selbst verteidigen.</p>
<p align="justify">All diese Muster sind Symptome der nach Mary Kaldor sogenannten &bdquo;neuen Kriege&ldquo;, &bdquo;asymmetrischen Kriege&ldquo; bei Herfried M&uuml;nkler oder auch &bdquo;privatisierten Gewalt&ldquo; bei Erhard Eppler.<br />   Dahinter steht der Bedeutungswandel des Begriffes &bdquo;Krieg&ldquo;: Nach den Verheerungen des Drei&szlig;igj&auml;hrigen Krieges und des darauf folgenden Westf&auml;lischen Friedens 1648 fand eine zunehmende Hegung des Krieges statt, welche bis zum Ersten Weltkrieg &ndash; v. a. mit den Genfer Konventionen 1864 und den Haager Friedenskonferenzen von 1899 und 1907 &ndash; weiter vorangetrieben wurde. Entscheidende Merkmale dieser Hegung waren die klare Differenzierung von Krieg und Frieden, das staatliche Gewaltmonopol, die Unterscheidung zwischen Kombattanten und Nichtkombattanten und der Antagonismus von regul&auml;rem Erwerbsleben und Gewaltanwendung.<br />   Mit dem ersten Weltkrieg kam es zu einer zunehmenden Regression, welche mit dem Zerfall der Sowjetunion 1989 kumulierte und in der Negation der Einhegung kriegerischer Auseinandersetzungen resultierte: Ein amorpher,  dauerhafter Konfliktzustand, Verlust des Gewaltmonopols, keine Trennung mehr zwischen Zivilist und K&auml;mpfer, sowie das Gesch&auml;ft mit und um dem Krieg sind die Konsequenzen.<br />   Der Verlust des staatlichen Gewaltmonopols l&auml;sst sich damit erkl&auml;ren, dass wie Eppler dies nennt, es zu einer Erosion von &bdquo;oben&ldquo; und &bdquo;unten&ldquo; kommt. Eine Privatisierung &bdquo;von oben&ldquo; bedeutet, dass das staatliche Gewaltmonopol an private Sicherheitsfirmen (z. B. Blackwater im Irak) oder Paramilit&auml;rs (so geschehen durch Gro&szlig;grundbesitzer in Kolumbien) abgegeben wird, welche schon oft wegen ihres r&uuml;cksichtslosen Vorgehens mediale Popularit&auml;t erlangten, &bdquo;von unten&ldquo;, dass die B&uuml;rger die Gewalt zur Herstellung innerer Sicherheit in die Hand nehmen und Selbstjustiz &uuml;ben. Diesem Zerfall des Gewaltmonopols, folgt meist ein Zerfall jeglicher gesellschaftlicher Werte. Eugen Sorg, Reporter der Schweizer Weltwoche, interviewte dazu Hassan, welcher in Somalias Hauptstadt Mogadischu als &bdquo;Freelance Gunman&ldquo; arbeitet: &bdquo;Denkst du manchmal daran, dass Stehlen etwas Schlechtes ist?&ldquo; &ndash; &bdquo;Wir wissen, dass es schlecht ist&ldquo;, sagt er, ohne zu z&ouml;gern, &bdquo;aber es gibt kein Gesetz in diesen Zeiten. Jedes Tabu wird aufgegessen.&ldquo; (Eugen Sorg: Stadt ohne Gesetz, in: <a href="http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=7410&amp;CategoryID=60">Weltwoche (CH) 15/04</a>.) Besonders Kinder leiden unter dieser Gewaltsozialisierung und dem Einsatz als Kindersoldaten, weshalb die Auswirkungen neuer Kriege nur durch intensive (sozialp&auml;dagogische und psychologische) Ma&szlig;nahmen und &uuml;ber lange Zeitr&auml;ume reguliert werden k&ouml;nnen.<br />Zusammen mit dem Niedergang bzw. der Prohibition gesellschaftlicher Werte konsolidiert sich eine neue Oberschicht skrupelloser Warlords, wie z. B. Charles Taylor in Nigeria, die ihren Reichtum und ihre Macht durch das Gesch&auml;ft mit dem Krieg mehren. Es entsteht eine regelrechte Kriegswirtschaft, in deren Fokus u. A. der Handel mit Ressourcen, Waffen, aber auch Menschen steht: &bdquo;In diesen Kriegs&ouml;konomien haben sich die Priorit&auml;ten ge&auml;ndert. &Uuml;ber den Einsatz der milit&auml;rischen Mittel entscheiden nicht mehr politische Zielsetzungen, sondern Bereicherung zum Ziel der Gewalt und die Gewalt zur notwendigen Bedingung der Bereicherung.&ldquo; (Klaus Schlichte: Die &Ouml;konomie zeitgen&ouml;ssischer Kriege, in: Vierteljahrsschrift f&uuml;r Sicherheit und Frieden 1 (1997), S. 20.)<br />   Aber nicht nur innerhalb der L&auml;nder, auch jenseits der direkten und indirekten Grenzen, hat dies im Zuge der Globalisierung gravierende Folgen: W&auml;hrend direkte Nachbarn meistens in die Konflikte hineingezogen werden, profitieren Waffenproduzenten und Sicherheitsunternehmen in der Ersten und Zweiten Welt. &bdquo;[E]s werden gigantische Ressourcen zur Verf&uuml;gung gestellt, es wird geforscht, wie Menschen am effektivsten bek&auml;mpft und get&ouml;tet werden k&ouml;nnen, es existiert eine weltweite Kriegsindustrie.&ldquo; (Andreas Herberg-Rothe: Der Krieg. Geschichte und Gegenwart. Frankfurt a. M., 2003, S. 86.)</p>
<p align="justify">In <em>Sin City</em> finden sich zahlreiche Analogien, die f&uuml;r den Wandel dieses Begriffs stehen: Das d&uuml;stere Moloch ist ein omipr&auml;senter Kriegsschauplatz auf dem das hobbessche Naturrecht gilt: Gewalt ist das einzig probate Mittel seine Interessen durchzusetzen, selbst f&uuml;r die positiv konnotierten Charaktere. Es existiert keine Garantie von Sicherheit durch staatliche Institutionen, ganz im Gegenteil ist ein erheblicher Teil der exekutiven Organe an der Erosion der Werte beteiligt (u. A. Bob und Jackie Boy), wenn es denn &uuml;berhaupt jemals demokratische Strukturen gegeben hat. Das Machtvakuum wird &bdquo;von unten&ldquo; besetzt durch kriminelle Banden und B&uuml;rgerwehren (zu denen sich die Prostituierten in Old Town zusammenschlie&szlig;en), sowie &bdquo;von oben&ldquo; durch S&ouml;ldner (von denen Dwight beim Abtransport der Leiche Jackie Boys attackiert wird) und skrupellose Kriegsprofiteure, wie die Familie Roark, welche ihre Macht lediglich zu ihrem Vorteil und zur pers&ouml;nlichen Bereicherung nutzen: &bdquo;Macht entsteht nicht durch eine Marke oder eine Knarre, Macht entsteht wenn man l&uuml;gt. L&uuml;gen im gro&szlig;en Stil und nach ihrer Pfeife tanzt die Welt.&ldquo; (Senator Roark)<br />   Allen Protagonisten ist wie auch in den privatisierten, &ouml;konomisierten Konflikten an einem Erhalt des Status Quo gelegen, da ihre Macht und die Mehrung dieser auf der Konfliktsituation beruhen: Die Roarks, die Banden, aber auch die B&uuml;rgerwehr von Prostituierten, die einen offenen Konflikt vermeiden will, aber selbst die positiv besetzten Figuren, deren Rolle durch den Konflikt konsolidiert wird.<br />   Deren Opfer kann quasi jeder sein, eine Unterscheidung zwischen K&auml;mpfer und zu sch&uuml;tzendem Zivilist existiert nicht. Kennzeichnend f&uuml;r einen neuen Krieg in <em>Sin City</em> ist auch die Tatsache, dass der Konflikt mit kleinen billigen Handfeuerwaffen oder mit Klingen (wie Miho (Devon Aoki), die mit Schwertern k&auml;mpft) ausgetragen wird &ndash; Low-Tech statt High-Tech wird auch bei vielen Neuen Kriegen in Afrika bevorzugt eingesetzt, da diese preiswert und nahezu unbegrenzt verf&uuml;gbar sind; so nutzten die Hutu in Ruanda v. a. Macheten um die 800.000 bis 1.000.000 Tutsi zu ermorden.</p>
<p align="justify">Die Comicverfilmung <em>Sin City</em> steht demnach mit der Darstellung einer pathologischen Gesellschaft latent und dennoch prototypisch f&uuml;r die modernen Konflikte dieser Welt. Kennzeichnend ist der permanente Krisenzustand, eine Gesellschaft und ein System, die von zwei Seiten in die Zange genommen werden, positive Leitfiguren sind nicht auszumachen, ganz im Gegenteil sind die gesellschaftlichen Eliten massiv an der Erosion des Systems beteiligt, indem sie ausschlie&szlig;lich eigene Interessen verfolgen, und auch die &bdquo;Guten&ldquo; sind keine Engel, sondern nur Teil des Teufelskreises der Gewalt. Dabei unterst&uuml;tzt die fragmenthafte und unstete bildliche Darstellung und der Ursprung aus dem Comic diese Analyse.<br />   Die Politikwissenschaft diskutiert zwar zahlreiche L&ouml;sungsans&auml;tze dieses Dilemmas, z. B. eine (milit&auml;rische) St&auml;rkung der Uno oder eine Universalisierung der in Kants &bdquo;Zum ewigen Frieden&ldquo; propagierten Werte Toleranz, Multikulturalit&auml;t und letztlich Demokratie, die sogenannte Global Governance. Aber daf&uuml;r bleibt in der sinistren und eschatologischen &bdquo;Stadt der S&uuml;nde&ldquo; kein Platz.</p>]]></content:encoded>
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				</item>
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					<title>Mission to Mars</title>
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					<pubDate>Mon, 12 May 2008 20:16:36 +0000</pubDate>
										<category domain="alt">Science-Fiction</category>
<category domain="alt">Action</category>
<category domain="main">Marstrilogie</category>					<guid isPermaLink="false">38@http://www.cinepolitik.de/</guid>
					<description>Der rote Planet Teil III

Auch Brian de Palmas Mission to Mars stellt &#8211; wie der Titel nahelegt &#8211; eine Marsmission in den Fokus der Geschichte. Der Film war dabei nur unwesentlich erfolgreicher als Red Planet und spielte &#252;ber 100 Millionen Dollar bei Produktionskosten von 90 Millionen Dollar ein. Mission to Mars fokussiert gleichwohl wesentlich weniger auf die technische Seite, vielmehr erz&#228;hlt er von menschlichen Emotionen und ein fantastisches Ende.
Die Handlung spielt im Jahre 2020 und setzt damit einen &#228;hnlichen temporalen Rahmen wie Erster auf dem Mars und Red Planet. Gary Sinise spielt den Astronauten Jim McConnell, der urspr&#252;nglich nicht an der Mission teilnehmen soll, weil er mit dem Tod seiner Frau nicht zurecht kommt und als instabil gilt. Nachdem die erste Mannschaft, die erfolgreich den Mars erreichen konnte, beim Scannen eines Ph&#228;nomens bis auf Luke Graham (Don Cheadle) in einer Art Wirbelsturm ums Leben kommt, wird McConnell unter Commander Woodrow &#8222;Woody&#8220; Blake und dessen Frau Terri (Connie Nielsen), sowie dem Techniker Phil Ohlmyer (Jerry O'Connell) aber doch noch als Pilot eingesetzt.Auf dem Flug zum Mars kommt es w&#228;hrend der Probe des Landeman&#246;vers zu Meteoriteneinschl&#228;gen und die Crew muss die Sch&#228;den reparieren, &#252;bersieht dabei jedoch ein Leck an der Kraftstoffleitung. So kommt es beim Landeanflug auf den Mars zu einer Explosion, weshalb die Astronauten das Raumschiff verlassen m&#252;ssen und versuchen ein im Orbit kreisendes Versorgungsmodul zu erreichen. Commander Blake kommt dabei ums Leben, nicht ohne dass sich zwischen ihm und seiner Frau Terri dramatische Momente abspielen: Da sie ihn gegen seinen Rat zu retten versucht begeht er Selbstmord.Die &#252;berlebenden McConnell, Ohlymer und Terri Fisher k&#246;nnen auf dem Mars landen und finden nahe der Basisstation drei Gr&#228;ber der Verstorbenen der ersten Mission. Kurz darauf treffen Sie in der Station auf den beinahe wahnsinnigen Graham, der dank des Gew&#228;chshauses in der Basisstation &#252;berleben konnte.Sie stellen fest, dass vom &#8222;Marsgesicht&#8220;[1]&#160; Audiosignale ausgehen, die zuerst nicht deuten k&#246;nnen und finden aber schlie&#223;lich heraus, dass es sich dabei um die Darstellung eines menschlichen Chromosomenstrangs handelt, der ein Segment fehlt. Sie vervollst&#228;ndigen die Helix und senden das Signal an das Marsgesicht, worauf sich dieses &#246;ffnet. Die Astronauten begeben sich ins wei&#223; leuchtende Innere, dass sich nach kurzer Zeit als hochentwickelte technologische Umgebung offenbart.Es erscheint ein holgrafisches Alien, welches eine Pr&#228;sentation startet. Diese erz&#228;hlt die Geschichte von deren Exodus: Nachdem der Mars durch einen Meteoriteneinschlag unbewohnbar geworden war, flohen die Bewohner und platzierten ihr Erbgut u. a. in den Meeren der Erde, woraus letztlich die Menschheit hervorging &#8211; die Menschen sind also deren Sch&#246;pfung, deren Nachkommen. Das Gesicht wurde als Zeichen an die Menschen zur&#252;ckgelassen, als Anreiz nachzuforschen. Au&#223;erdem haben sie ein Raumschiff zur&#252;ckgelassen, mit welchem McConnell seinen Traum erf&#252;llt und mit diesem den Aliens zu deren neuem Lebensraum folgt.
Mission to Mars erz&#228;hlt mehrere Geschichten: Zum einen das &#8222;Drama des Lebens&#8220;, eine Sinuswelle von Scheitern und Gelingen, wobei die Wellen der verschiedenen Charaktere antagonistisch verlaufen. Jim McConnell, der den Tod der eigenen Frau nicht verwinden kann, Alkoholismus und Depressionen verf&#228;llt, schlie&#223;lich die Chance erh&#228;lt sich zu beweisen und schlussendlich seinen Lebenstraum erf&#252;llen kann. Terri hingegen kann zusammen mit ihrem Mann auf gro&#223;e Reise gehen, muss dann aber lernen, trotz dessen Tod ihre Professionalit&#228;t zu wahren. Teil diese Soap-Opera-haften Elements ist auch der heroische Tod von Terris Mann. Der Mittelteil des Films besteht vornehmlich aus zahlreichen Actionsequenzen.Mittel- und Schwerpunkt des Films ist zum anderen der philosophisch-theologische Schluss, der in Tradition von Werken wie Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum (1968) oder dem nach Lem verfilmten Solaris (1972). Er liefert nicht nur eine zumindest mittelfristig befriedigende Antwort auf die Frage nach dem Ursprung der Menschheit, sondern auch auf die Frage, ob es abseits der Erde intelligentes Leben im Universum gibt. Der Film beantwortet die Frage vordergr&#252;ndig darwinistisch und erteilt theologischen Modellen eine Absage; die amorphe, wei&#223; strahlende Gestalt des Aliens l&#228;sst sich hingegen durchaus als g&#246;ttliche Erscheinung deuten und bietet damit ein Erkl&#228;rungsmuster, dass den Film auch eher christlich-konservativen US-Kreisen schmackhaft macht.
Letztlich hebt sich dem Film gerade mit dem Schluss von Red Planet und Erster auf dem Mars ab. Diese geistige Komponente, sowie die Kombination aus Action und Drama dr&#228;ngen jedoch politische Bestandteile in den Hintergrund: Wo Red Planet an bestimmten Stellen kritisches Potenzial zeigt und Erster auf dem Mars bem&#252;ht ist die politischen Dimensionen einer solchen Mission zu ber&#252;cksichtigen, platziert sich Mission to Mars au&#223;erhalb eines solchen Anspruchs. Die moralische Botschaft ist ein Appell an die Bescheidenheit des Menschen und eine Demut gegen&#252;ber der Sch&#246;pfung und interstellaren Umwelt. Auch dies sind im Kern politische Botschaften, aber im Vergleich zu den anderen hier besprochenen Filmen eher abstrakter Natur.Die Fabeln differieren erheblich: Erster auf dem Mars verfolgt das p&#228;dagogische Konzept, eine Reise zum Mars wissenschaftlich korrekt wiederzugeben und zu erl&#228;utern, Red Planet ist unterhaltsames Action Kino mit einem gewissen Realit&#228;tsanspruch und latent kritischen Momenten und Mission to Mars versucht mit philosophischen Erkl&#228;rungsmustern Tiefgang zu schaffen, was allerdings nur partiell gelingt.

[1] Hierbei handelt es sich um einen Berg auf der Marsoberfl&#228;che, der im Juli 1976 von der Orbiter 1-Sonde der Viking-Mission in der Cydonia-Region aufgenommen wurde und welcher menschliche Gesichtsz&#252;ge zu haben scheint. Dies f&#252;hrte zu zahlreichen Spekulationen, welche erst 2001 &#8211; also kurz nach Erscheinen des Films &#8211; durch die Mission Mars Global Surveyor und deren Aufnahmen beendet werden konnten: Das &#8222;Marsgesicht&#8220; ist eine Formation nat&#252;rlichen Ursprungs.</description>
					<content:encoded><![CDATA[<h4>Der rote Planet Teil III</h4>
<p align="center"><object width="425" height="350"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/HJsss222kIY"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/HJsss222kIY" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="425" height="350"></embed></object></p>
<p align="justify">Auch Brian de Palmas <em>Mission to Mars</em> stellt &ndash; wie der Titel nahelegt &ndash; eine Marsmission in den Fokus der Geschichte. Der Film war dabei nur unwesentlich erfolgreicher als <a href="http://www.cinepolitik.de/index.php?blog=1&amp;title=red_planet"><em>Red Planet</em></a> und spielte &uuml;ber 100 Millionen Dollar bei Produktionskosten von 90 Millionen Dollar ein. <em>Mission to Mars</em> fokussiert gleichwohl wesentlich weniger auf die technische Seite, vielmehr erz&auml;hlt er von menschlichen Emotionen und ein fantastisches Ende.</p>
<p align="justify">Die Handlung spielt im Jahre 2020 und setzt damit einen &auml;hnlichen temporalen Rahmen wie <a href="http://www.cinepolitik.de/index.php?blog=1&amp;title=erster_auf_dem_mars"><em>Erster auf dem Mars</em></a> und <a href="http://www.cinepolitik.de/index.php?blog=1&amp;title=red_planet"><em>Red Planet</em></a>. Gary Sinise spielt den Astronauten Jim McConnell, der urspr&uuml;nglich nicht an der Mission teilnehmen soll, weil er mit dem Tod seiner Frau nicht zurecht kommt und als instabil gilt. Nachdem die erste Mannschaft, die erfolgreich den Mars erreichen konnte, beim Scannen eines Ph&auml;nomens bis auf Luke Graham (Don Cheadle) in einer Art Wirbelsturm ums Leben kommt, wird McConnell unter Commander Woodrow &bdquo;Woody&ldquo; Blake und dessen Frau Terri (Connie Nielsen), sowie dem Techniker Phil Ohlmyer (Jerry O'Connell) aber doch noch als Pilot eingesetzt.<br />Auf dem Flug zum Mars kommt es w&auml;hrend der Probe des Landeman&ouml;vers zu Meteoriteneinschl&auml;gen und die Crew muss die Sch&auml;den reparieren, &uuml;bersieht dabei jedoch ein Leck an der Kraftstoffleitung. So kommt es beim Landeanflug auf den Mars zu einer Explosion, weshalb die Astronauten das Raumschiff verlassen m&uuml;ssen und versuchen ein im Orbit kreisendes Versorgungsmodul zu erreichen. Commander Blake kommt dabei ums Leben, nicht ohne dass sich zwischen ihm und seiner Frau Terri dramatische Momente abspielen: Da sie ihn gegen seinen Rat zu retten versucht begeht er Selbstmord.<br />Die &uuml;berlebenden McConnell, Ohlymer und Terri Fisher k&ouml;nnen auf dem Mars landen und finden nahe der Basisstation drei Gr&auml;ber der Verstorbenen der ersten Mission. Kurz darauf treffen Sie in der Station auf den beinahe wahnsinnigen Graham, der dank des Gew&auml;chshauses in der Basisstation &uuml;berleben konnte.<br />Sie stellen fest, dass vom &bdquo;Marsgesicht&ldquo;<a href="http://www.cinepolitik.de/index.php?blog=1&amp;title=mission_to_mars#gesicht" name="gesicht_text">[1]</a>&nbsp; Audiosignale ausgehen, die zuerst nicht deuten k&ouml;nnen und finden aber schlie&szlig;lich heraus, dass es sich dabei um die Darstellung eines menschlichen Chromosomenstrangs handelt, der ein Segment fehlt. Sie vervollst&auml;ndigen die Helix und senden das Signal an das Marsgesicht, worauf sich dieses &ouml;ffnet. Die Astronauten begeben sich ins wei&szlig; leuchtende Innere, dass sich nach kurzer Zeit als hochentwickelte technologische Umgebung offenbart.<br />Es erscheint ein holgrafisches Alien, welches eine Pr&auml;sentation startet. Diese erz&auml;hlt die Geschichte von deren Exodus: Nachdem der Mars durch einen Meteoriteneinschlag unbewohnbar geworden war, flohen die Bewohner und platzierten ihr Erbgut u. a. in den Meeren der Erde, woraus letztlich die Menschheit hervorging &ndash; die Menschen sind also deren Sch&ouml;pfung, deren Nachkommen. Das Gesicht wurde als Zeichen an die Menschen zur&uuml;ckgelassen, als Anreiz nachzuforschen. Au&szlig;erdem haben sie ein Raumschiff zur&uuml;ckgelassen, mit welchem McConnell seinen Traum erf&uuml;llt und mit diesem den Aliens zu deren neuem Lebensraum folgt.</p>
<p align="justify"><em>Mission to Mars</em> erz&auml;hlt mehrere Geschichten: Zum einen das &bdquo;Drama des Lebens&ldquo;, eine Sinuswelle von Scheitern und Gelingen, wobei die Wellen der verschiedenen Charaktere antagonistisch verlaufen. Jim McConnell, der den Tod der eigenen Frau nicht verwinden kann, Alkoholismus und Depressionen verf&auml;llt, schlie&szlig;lich die Chance erh&auml;lt sich zu beweisen und schlussendlich seinen Lebenstraum erf&uuml;llen kann. Terri hingegen kann zusammen mit ihrem Mann auf gro&szlig;e Reise gehen, muss dann aber lernen, trotz dessen Tod ihre Professionalit&auml;t zu wahren. Teil diese Soap-Opera-haften Elements ist auch der heroische Tod von Terris Mann. Der Mittelteil des Films besteht vornehmlich aus zahlreichen Actionsequenzen.<br />Mittel- und Schwerpunkt des Films ist zum anderen der philosophisch-theologische Schluss, der in Tradition von Werken wie Kubricks <em>2001: Odyssee im Weltraum</em> (1968) oder dem nach Lem verfilmten <em>Solaris</em> (1972). Er liefert nicht nur eine zumindest mittelfristig befriedigende Antwort auf die Frage nach dem Ursprung der Menschheit, sondern auch auf die Frage, ob es abseits der Erde intelligentes Leben im Universum gibt. Der Film beantwortet die Frage vordergr&uuml;ndig darwinistisch und erteilt theologischen Modellen eine Absage; die amorphe, wei&szlig; strahlende Gestalt des Aliens l&auml;sst sich hingegen durchaus als g&ouml;ttliche Erscheinung deuten und bietet damit ein Erkl&auml;rungsmuster, dass den Film auch eher christlich-konservativen US-Kreisen schmackhaft macht.</p>
<p align="justify">Letztlich hebt sich dem Film gerade mit dem Schluss von <em>Red Planet</em> und <em>Erster auf dem Mars</em> ab. Diese geistige Komponente, sowie die Kombination aus Action und Drama dr&auml;ngen jedoch politische Bestandteile in den Hintergrund: Wo <em>Red Planet</em> an bestimmten Stellen kritisches Potenzial zeigt und <em>Erster auf dem Mars</em> bem&uuml;ht ist die politischen Dimensionen einer solchen Mission zu ber&uuml;cksichtigen, platziert sich <em>Mission to Mars</em> au&szlig;erhalb eines solchen Anspruchs. Die moralische Botschaft ist ein Appell an die Bescheidenheit des Menschen und eine Demut gegen&uuml;ber der Sch&ouml;pfung und interstellaren Umwelt. Auch dies sind im Kern politische Botschaften, aber im Vergleich zu den anderen hier besprochenen Filmen eher abstrakter Natur.<br />Die Fabeln differieren erheblich: <a href="http://www.cinepolitik.de/index.php?blog=1&amp;title=erster_auf_dem_mars"><em>Erster auf dem Mars</em></a> verfolgt das p&auml;dagogische Konzept, eine Reise zum Mars wissenschaftlich korrekt wiederzugeben und zu erl&auml;utern, <a href="http://www.cinepolitik.de/index.php?blog=1&amp;title=red_planet"><em>Red Planet</em></a> ist unterhaltsames Action Kino mit einem gewissen Realit&auml;tsanspruch und latent kritischen Momenten und <em>Mission to Mars</em> versucht mit philosophischen Erkl&auml;rungsmustern Tiefgang zu schaffen, was allerdings nur partiell gelingt.</p>
<hr />
<p><a title="Zum Text1" href="http://www.cinepolitik.de/index.php?blog=1&amp;title=mission_to_mars#gesicht_text" name="gesicht">[1]</a> Hierbei handelt es sich um einen Berg auf der Marsoberfl&auml;che, der im Juli 1976 von der Orbiter 1-Sonde der Viking-Mission in der Cydonia-Region aufgenommen wurde und welcher menschliche Gesichtsz&uuml;ge zu haben scheint. Dies f&uuml;hrte zu zahlreichen Spekulationen, welche erst 2001 &ndash; also kurz nach Erscheinen des Films &ndash; durch die Mission Mars Global Surveyor und deren Aufnahmen beendet werden konnten: Das &bdquo;Marsgesicht&ldquo; ist eine Formation nat&uuml;rlichen Ursprungs.</p>]]></content:encoded>
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